Dürnbergermoor - StLVW

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Dürnbergermoor
Hochmoorkomplex
Randsumpf
Lagg
Moorwälder
Dürnbergermoor FFH-Gebiet in einem Vogelschutzgebiet

Prioritärer Lebensraum nach der FFH-RL Anhang I
Code-Nr. Lebensraumtyp
7110* Lebende Hochmoore
91D0* Moorwälder
Lebensräume nach der FFH-RL Anhang I
6510 Magere Flachland-Mähwiese
7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore
7230 Kalkreiche Niedermoore
9410 Bodensaure Fichtenwälder

Nicht bestätigt Pflanzen Anhang II
Firnisglänzende Sichelmoos (Hamatocaulis vernicosus)

Gebietsbeschreibung
Lebende Hochmoore
Umfassen jene Lebensräume, die sich mit ihrem Torfkörper und mooreigenen Wasserkörper über den umgebenden Grundwasserspiegel empor heben. Der Lebensraum umfasst den gesamten Komplex mit Hochmoorweite, Randgehänge und Randsumpf.
Typische Arten
Scheidiges Wollgras Eriophorum vaginatum, Rosmarinheide Andromeda polifolia, Heidekraut Calluna vulgaris, Armblütige Segge Carex pauciflora, Rundblättriger Sonnentau Drosera rotundifolia, Gewöhnliche- und Kleinfrüchtige Moosbeere Vaccinium oxycoccus, V. microcarpum, Heidelbeere V. myrtillus, Rauschbeere V. uliginosum, Preiselbeere V. vitis-idaea, Latsche Pinus mugo. Torfmoose im Hochmoorkomplex (nach Egger, G. 1984): Braunes Torfmoos Sphagnum fuscum, Magellans Torfmoos S. magellanicum, Rotes Torfmoos S. rubellum, weiters  S. cuspidatum, S. fallax, S. nemoreum, S. squarrosum, S. subsecundum, S. terres, S. warnstorfii.
Gehölzfreie Hochmoorweite nur mehr kleinflächig ausgeprägt.
verlandeter Handtorfstich
Übergangsmoore
Finden wir auf teilweise grundwasserbeeinflussten, nährstoffarmen, sehr nassen Standorten. Im Wesentlichen sind es torfmoosreiche Seggenrieder, mit Schnabelseggen bewachsene Verlandungsbereiche nährstoffarmer bis nährstoffreicherer Gewässer. Im Dürnbergermoor im Bereich ehemaliger Handtorfstiche.
Typische Arten
Torfmoose, Fieberklee Menyanthes Trifoliata, Sumpfblutauge Potentilla palustris, Faden-Segge Carex lepidocarpa, Schnabelsegge Carex rostrata und Arten des Hochmoores.
Faden-Segge
Fieberklee
Sumpf-Blutauge
Kalkreiche Niedermoore
Permanent feuchte bis nasse Standorte mit hohem, jahreszeitlich nur gering schwankendem Grundwasserstand.  Die Standorte werden ausschließlich vom Mineralbodenwasser (hoher Basengehalt) beeinflusst.
Typische Arten
Traunsteiner Knabenkraut Dactylorhiza traunsteineri, Sumpf-Stendelwurz Epipactis palustris, Breitblättriges Knabenkraut
D. majalis, Geflecktes Knabenkraut D. macculata agg., Gewöhnliches Fettkraut Pinguicula vulgaris, Davall Segge Carex davalliana, Host-Segge, C. hostiana, Gelbsegge C. flava, Braun-Segge C. nigra, Hasenpfoten Segge C. lepidocarpa, Zittergras Briza media, Sumpf-Pippau Crepis paludosa, Breitblättriges Wollgras Eriophorum latifolium, Sumpf-Schachtelhalm Equisetum palustre, Sumpf-Herzblatt Parnassia palustris, Gewöhnliche Simsenlilie Tofieldia calyculata, Alpen-Rasenbinse Trichophorum alpinum, Kleiner Baldrian Valeriana dioica, Pfeifengras Molinia caerulea, Teufelsabbiss Succisa pratensis, Kriech-Weide Salix repens ssp. rosmarinifolia, Sumpf-Dreizack Triglochin palustre, Nordisches Labkraut Galium boreale, Blutwurz Potentilla erecta.
Moorwälder
Je nach Subtyp, naturnahe von Fichten Picea abies, Latschen Pinus mugo, Moorkiefern - Besonderheit! Pinus x rotundata, Rot-Kiefern Pinus sylvestris oder Moor-Birken Betula pubescens dominierte, mehr oder weniger geschlossene Wald- oder Strauchgesellschaften über nassen, sehr sauren, meist nährstoffarmen Torfböden mit hohem Grundwasserspiegel (durchschnittlich 35-70 cm unter Flur). Wird die Moorhydrologie gestört, können sich Moorwälder auf natürlich waldfreie Moorweiten ausdehnen.
Typische Arten
Beigemischt oder eingesprengt sind je nach Typus Hänge-Birke, Moor-Birke, Faulbaum, Eberesche oder Ohrweide. In der Zwergstrauch- und Krautschicht kommen neben typischen Hochmoorarten auch Arten der angrenzenden Moore, Feuchtwiesen und bodensauren Fichtenwälder vor. Torfmoose, Scheidiges Wollgras, Moosbeere, Rauschbeere, Heidelbeere, Preiselbeere, Sprossender Bärlapp, Pfeifengras, Steifblättriges Frauenhaar, Schilfrohr, Waldengelwurz.

weitere charakteristische Arten, Impressionen
Blatt mit Tentakel
Rosmarinheide
Rauschbeere, Moor-Nebelbeere
Heidelbeere
Gewöhnliche Moosbeere
Preiselbeere
Sonnentau
Scheidiges Wollgras
Kleinfrüctige Moosbeere
Moor-Birke
Heidekraut
Wiesen-Wachtelweizen
Quellen, weiterführende Literatur
QUELLEN:
EGGER, G. 1984: Die Vegetation des Moorkomplexes „Dürnberger Moos”. Wien, Univ. für Bodenkultur. Diplomarbeit.
ELLMAUER, T. (Hrsg.) (2005): Entwicklung von Kriterien, Indikatoren und Schwellenwerten zur Beurteilung des Erhaltungszustandes der Natura 2000-Schutzgüter. Band 3: Lebensraumtypen des Anhangs I der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Im Auftrag der neun österreichischen Bundesländer, des Bundesministerium f. Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und der Umweltbundesamt GmbH, 616 pp.
STEINER , G. M. 2005: Zum Verständnis der Ökohydrologie von Hochmooren. Stapfia 85, Neue Serie 35, 27-39.
Anschrift

Steirische Landesvogelschutzwarte
Stadlob 215 - 8820 Neumarkt in der Steiermark
0676 86641361   
peter.hochleitner@stmk.gv.at



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