Adendorfermoos - StLVW

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Adendorfermoos
Renaturierung, Artenschutz
Renaturierung von Fichtenforsten auf Moorboden
Rund ein Kilometer nordwestlich des Furtner Teiches gelegen, bildet das Projektgebiet den Beginn des bis zum Verlandungsgürtel des Teiches reichenden Feuchtgebietskomplexes entlang des Adendorferbaches. Im Gebiet der alten Kläranlage wurden in den 1960er Jahren mehrere ha Moorflächen entwässert und aufgeforstet, aber auch Hangbereiche in größerem Ausmaß drainagiert. Im Archiv der Landesvogelschutzwarte sind für das Gebiet Kiebitz-Brutnachweise für die Jahre 1951 und 1960-1962 angeführt. Im Jahr darauf wird vermerkt, dass "Ende Oktober die nassen Wiesen in Adendorf mit dem Moorpflug entwässert wurden. Im darauffolgenden Frühjahr sollen sie aufgeforstet werden, damit ist der (damals) höchstgelegene Butplatz in der Steiermark zerstört".
Nach langer Vorbereitung konnte mit dem Renaturierungsprojekt begonnen werden, das sich auf gut 5 ha erstreckt. 5 LandwirtInnen nahmen in dankenswerter Weise an diesem für die Region bedeutenden Projekt teil, überwiegend mit jenen Flächen, die damals aufgeforstet wurden.

ARGE natur & land
Stellenwert mehrmals bestätigt
Welchen Stellenwert umsetzungorientierter Naturschutz hat, haben wir mit der Auszeichnung für den Moorankauf und die Renaturierung in Kulm am Zirbitz gesehen. Die Vision von einer intakten Kultur- und Naturlandschaft ist auch klimapolitisch relevant. Intakte Moore fixieren große Mengen an Kohlendioxid.
Wir schaffen und erhalten kleine und große Naturschutzparke!
Mit der Rodung der Fichtenforste wurde auch deren trennende, fragmentierende Wirkung auf angrenzende Lebensräume aufgehoben. Mit bestehenden Feuchtwiesen, Röhrichtflächen am Fließgewässer, kleineren standortsgemäßen Laubwaldbereichen und Gehhölzgruppen erhalten wir schlussendlich einen offenen Kulturlanschafttypus mit naturnahen Feuchtgebieten von 9-10 ha.
Neophytenbekämpfung als Nebeneffekt
Mit der Renaturierung wird auch gleichzeitig ein enormer Neophytenbestand eliminiert. Die Goldrute hatte sich auf teils schon geschlägerten Flächen bereits massiv ausgebreitet. Durch die Maßnahmen bekommen wir auf fast zwei Hektar auch dieses Problem in den Griff, indem dort nun ein- bis zweimähhdiges Grünland vorhanden ist.
Amphibien
In den zwölf neuen Gewässerstrukturen, in Summe mit einer Fläche von rund 2750 Quadratmeter, wurden insgesamt bislang 6 Amphibienarten - Gelbbauchunke, Alpen-Kammmolch, Laubfrosch, Teichmolch, Grasfrosch und Erdkröte nachgewiesen.
Bewirtschaftung
Der überwiegende Teil wird angepasst auf die Vogelwelt ein- bis zweimädig bewirtschaftet. Das Mähgut auch von den Streuwiesen wird verwertet, letzteres als Einstreu. Daneben befinden sich periodische Brachen, die je nach Witterung abschnittsweise alle paar Jahre gemät werden.
Ornithologie
Für das Gebiet sind aktuell rund 60 Vogelarten nachgewiesen. Nennswert sind Brutvorkommen von Braunkehlchen, Schwarzkehlchen sowie Konzentrationen der Bekassine, insbesondere vom Spätsommer an mit über 25 Individuen, sowie Karmingimpel.
Waldwasserläufer.  Neuntöter, Raubwürger (auch als Teil eines  Winterreviers) nutzten die Flächen zur Nahrungssuche. An den Gewässern brüten Teichrohrsänger, Stockente und Teichhuhn.
Libellen

Im Bereich der angelegten Gewässer wurden bislang 18 Libellenarten verzeichnet
Anschrift

Steirische Landesvogelschutzwarte
Stadlob 215 - 8820 Neumarkt in der Steiermark
0676 86641361   
peter.hochleitner@stmk.gv.at



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